Heute war auf Gut Kutzenberg einmal nicht die Bühne angesagt, sondern Schaufel, Schubkarre und Arbeitshandschuhe.
Der Intendant, unser Techniker, einige Ensemblemitglieder und ich haben gemeinsam einen großen Aufräumnachmittag eingelegt.
Überall lagen alte und kaputte Dachziegel. Im Gartentheater auf dem Hof, vor dem Pferdestall und an vielen anderen Stellen. Einiges davon konnte weg und wurde in die Container gebracht. Die Ziegel, die vielleicht noch einmal gebraucht werden, haben wir gesammelt und in den alten Fahrradkeller am anderen Ende des Gutshofes gebracht. Dort wurden sie ordentlich gestapelt.
Auch in den Garagen und vielen Ecken hatte sich über die Jahre einiges angesammelt. Dinge, die irgendwann einmal schnell zur Seite gestellt wurden mit dem Gedanken: „Das räumen wir später auf.“ Tja – später war heute.
Schon nach wenigen Minuten war klar: Zwei Schubkarren reichen nicht.
Also wurde kurzerhand noch eine besorgt. Und dann rollten drei Schubkarren gleichzeitig über den Hof. Hin zum Container, zurück, wieder hin zum Container. Der füllte sich in erstaunlicher Geschwindigkeit.
Natürlich waren alle gut ausgerüstet. Dicke Handschuhe und Sicherheitsschuhe oder festes Schuhwerk gehörten dazu.
Und zwischendrin gab es Kaffee und Kuchen. Das musste sein. Danach ging es mit neuer Kraft weiter.
Besonders schön war zu sehen, wie schnell sich etwas verändert. Eine Ecke nach der anderen wurde frei. Aus unaufgeräumten Stellen wurden wieder Wege, Plätze und Flächen. Und plötzlich sah der ganze Hof ein Stück ordentlicher aus.
Am Ende waren alle ziemlich geschafft – aber auch zufrieden.
Denn heute gab es keinen Applaus. Kein Publikum. Keine Vorstellung. Und trotzdem hat es Freude gemacht.
Weil jeder mit angepackt hat. Weil man gemeinsam etwas geschafft hat. Und weil auch ein Aufräumnachmittag ein kleiner Beitrag dazu ist, dass auf Gut Kutzenberg unser neues Theaterzentrum Stück für Stück entsteht.
Manchmal beginnt Theater eben nicht mit dem Vorhang.
Sondern mit drei Schubkarren.
Herzlichen Dank an Euch alle! Und beim nächsten Mal sind wir vorbereitet. Dann besorge ich gleich vier Schubkarren. Man lernt ja schließlich aus Erfahrung.




